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MAK Schausammlung Wien1900© kunst-dokumentation.com/MAK

MAK Schausammlung Wien1900© kunst-dokumentation.com/MAK

in ausstellung

Alles neu um 1900

Isabella MarboevonIsabella Marboe

Markus Schinwald hat die Schausammlung „Wien 1900 – Alltag. Gesamtkunstwerk“ neu ausgestellt. Ein triftiger Grund mehr, öfter ins MAK zu gehen!

Wien ist die Welthauptstadt von Wien um 1900, viele Museen der Stadt zeigen Kunst aus dieser Epoche, nirgendwo aber ist sie so beheimatet wie im Wiener MAK (Museum für Angewandte Kunst). Ein Großteil der Möbel, Designobjekte und Gebrauchsgegenstände dieser Zeit wurden erstmals im damaligen „k.k. Österreichischen Museum für Kunst und Industrie“ öffentlich präsentiert, die Sammlung des MAK zählt zu den international bedeutendsten Beständen. Auch das Archiv der Wiener Werkstätte ist hier beheimatet, die Schausammlung „Wien 1900 – Alltag. Gesamtkunstwerk“ ist gleichermaßen das Signature-Piece des MAK. Seit der Direktion von Peter Noever ist im MAK Tradition, Teile der Schausammlung von internationalen, zeitgenössischen Künstlern und Künstlerinnen aus der ersten Riege neu aufstellen zu lassen. Babara Bloom, Jenny Holzer, Donald Judd, Franz Graf, Heimo Zobernig und einige andere taten es. Nun legte MAK – Direktorin Lilli Hollein ihre Kronjuwelen – die Schausammlung Wien 1900 vertrauensvoll in die Hände von Markus Schinwald. Eine gute Wahl.

Margaret MacDonald Mackintosh, Die sieben Prinzessinnen, Fries nach einem Märchen von Maurice Maeterlinck für den Musiksalon des Hauses Waerndorfer, Glasgow, 1906 © kunst-dokumentation.com/MAK
Margaret MacDonald Mackintosh, Fries Die sieben Prinzessinnen 1906 ©MAK

„Ich bin mit großem Enthusiasmus an diese Aufgabe herangegangen und mit der Zeit viel mehr zum Historiker geworden als geplant“, so der Künstler. „Die Zeit um 1900 ist extrem fruchtbar, viele Fragestellungen der Gegenwart waren damals schon Thema, andere Zugänge sind heute nicht mehr brauchbar.“ Schon damals gab es Science-Fiction Literatur, wurden Icons erfunden und mehrmals täglich Postkarten geschickt, so häufig, dass man eine Verabredung noch am selben Tag verschieben konnte. Eine Vorform von Social Media, findet Schinwald. Unterricht und Pädagogik seien hingegen nicht mehr vergleichbar und viele handwerklichen Fähigkeiten, die Voraussetzung für die Herstellung großartiger Stücke waren, heute ausgestorben. „Der Verlust des Handwerks ist einer der tragischten Verlust“, so Schinwald. Im letzten Raum feiern Vitrinen mit originalen Beschlägen und anderen Details die Vielfalt der Handwerkskunst dieser Zeit.

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