Sieben Jahre lag das Bellaria Kino im Dornröschenschlaf. Mitte April wurde wieder eröffnet. Mit neuester Technik, höchstem Sitzkomfort, Art-House-Programm und der roten Bella-Bar mit spiegelnder Decke und viel altem Flair.
Das Bellaria Kino hinter dem Volkstheater war eines der ältesten der Stadt und bis zuletzt eine Instiution. Als „Invalidendank-Kino“ hatte es 1911 die Kinolandkarte Wiens betreten und profilierte sich ab den 1960ern damit, vor allem Filme der 1930er und 1940er Jahre zu zeigen. In dem kleinen Lichtspieltheater mit dem langen, schmalen Saal schien die Zeit stehen geblieben zu sein.

An den Wänden der vergilbten Blumentapeten mit den üppigen Rosen hingen die Plakate alter UFA- und Heimatfilme der Nachkriegszeit und strahlten Publikumslieblinge wie Hans Moser, Paula Wessely, Judith Holzmeister oder Willi Forst mit Glanzlichtern in den Augen auf Studioaufnahmen das Stammpublikum an. Ab den 1960er Jahren zeigte man hier um 16:00, 18:00 und 20:00 bevorzugt historische Streifen, in denen die Welt meist heil war und Liebesgeschichten glücklich endeten.
Hier fanden einsame Herzen Trost, Seelenverwandte und in den 1970er Jahren noch Autogrammstunden mit großen Legenden wie Marika Röck, Hilde Krahl, Karl Schönböck statt. Das treue Stammpublikum kam regelmäßig, bevorzugt um 16:00, doch das Bellaria-Kino alterte mit ihm, war plötzlich ein Auslaufmodell und auch mit einigen Art-House-Kinofilmen im Programm nicht mehr zu retten. Im Jahr 2019 musste das Bellaria Kino schließen, sieben Jahre später aber fand auch seine Geschichte ein happy End, oder besser gesagt, einen neuen Anfang. Am 16. April wurde es neu eröffnet.

„Das größte Kompliment war, dass nach einer der ersten Crowdfunding Vorführung einer der alten Stammgäste zu mir kam und sagte, nichts hätte sich ver…







