Über viele Jahre hinweg verwandelte sich die magische Landschaft um den Römersteinbruch St. Margarethen im Burgenland in ein gigantisches Freiluftatelier. Jeden Sommer arbeiteten hier über hundert Künstler, aber auch rund ein Dutzend Künstlerinnen bei den sogenannten „Bildhauersymposien“. Die Rolle, die sie dabei spielten, ist kaum bekannt.
Opernfans wissen, dass sich in dem alten Steinbruch von St. Margarethen im Burgenland eine überaus pittoreske Freilichtbühne befindet. Dass hinter dem ehemaligen Römersteinbruch ein Landschaftspark mit rund fünfzig massiven Steinskulpturen liegt, ist für manche kunstaffine Menschen vielleicht auch nicht neu. Nur die wenigsten dürften jedoch die Namen der beteiligten Bildhauer – und noch weniger die der Bildhauerinnen kennen, deren Werke Teil dieses einzigartigen Landschaftsbildes sind.

Von 1959, als der burgenländische Künstler Karl Prantl mit anderen zusammen das erste „Symposion Europäischer Bildhauer“ veranstaltete, bis Anfang der 1980er-Jahre, als die österreichische Bildhauerin Maria Biljan-Bilger die letzten, hauptsächlich der Keramik gewidmeten organisierte, beteiligten sich insgesamt über hundert Künstler und gut ein Dutzend Künstlerinnen aus verschiedenen Ländern an den Symposien. Sie hinterließen damit ebenso beeindruckende Skulpturen wie ihre männlichen Kollegen, standen medial jedoch kaum im Mittelpunkt. Dabei war auch die heute international wohl renommierteste aller teilnehmenden Künstler:innen vertreten: die polnische Bildhauerin Alina Szapocznikow (1926-1973) schuf hier 1961 die Großplastik (Miąższ – Fleisch), die heute noch mit den anderen verbliebenen Werken bei einem Spaziergang besichtigt werden kann.

Dieser Text rückt vor allem die weibliche Geschichte des Symposions St. Margarethen in den Fokus und möchte daran erinnern, dass nicht hinter jeder tonnenschweren Skulptur ein starker Mann, sondern oft auch eine starke Frau vermutet werden sollte. Dass unsere öffentlichen Plätze und Denkmalgestaltungen fast zu hundert Prozent von männlichen Künstlern dominiert werden, verdankt sich der jahrzehntelang geübten Ungleichheit zwischen männlicher und weiblicher Sichtbarkeit. Gerade das Beispiel St. Margarethen zeigt, dass künstlerisches Selbstbewusstsein nicht an ein Medium gebunden ist, sondern allein von den Chancen und Möglichkeiten der sozialen Umgebung abhängt. Der orange-gelbliche Kalksandstein des geschichtsträchtigen Steinbruchs – seine Verwendung reicht von vielen historischen Bauwerken bis hin zum Stephansdom – ließ sich von einem Künstler oder einer Künstlerin gleichermaßen schwer bearbeiten.
Im Jahr 1961 fand das Bildhauer:innensymposion zum dritten Mal statt. Dem Ursprungsgedanken von Karl P…







