Krieg hat viele Gesichter. Schwermetalle, Brandwaffen, Schutt und Phosphorstaub kontaminierenden den Boden für Generationen. Der Libanon thematisiert das in seinem Beitrag „The Land Remembers“ auf der heurigen Architekturbiennale in Venedig.
Die Erde wird auf dieser Architekturbiennale vielfach thematisiert. Als Planet Erde, der unter Klimakatastrophen leidet, als Lehm, einem der ältesten und nachhaltigsten Baumaterialie der Menschheit, als Ziegel aus Ton, Lehm und Sand. „Architektur ist überleben“ postulierte Carlo Ratti, Kurator dieser heurigen Architekturbiennale „Intelligens.Natural.Artificial.Collective“ in Venedig. Sie sucht nach Antworten der Architektur auf den Klimawandel.

Der Krieg, eine der ältesten, letalsten und genuin hostilsten Katastrophen der Menschheit kommt kaum vor. Obwohl derzeit Kriege – zumindest im Bewusstsein der westlichen Hemisphäre – präsenter sind denn je. Anderswo sind sie seit Jahrzehnten Realität. Der Libanon ist ein von Kriegen und Krisen gemartertes Land. Die natürlichen klimatischen Bedingungen wären günstig, der Boden der Levante sehr fruchtbar, aber die hochexplosive geografische Lage zwischen Israel und Syrien hat ihn längst verseucht.
Katastrophale Zerstörung
Flüchtlingsströme aus Syrien, Korruption, eine akute Wirtschaftskrise, ungebremste Urbanisierung und bewaffnete Konflikte haben die Zerstörung der Umwelt im Libanon exponentiell beschleunigt. Er ist ein exemplarisches Fallbeispiel für die destruktive Kraft des Krieges. Er zerstört Häuser, tötet und verwundet Menschen, doch er verseucht auch den Boden. Schwermetalle, Brandwaffen, Schutt und die gezielte Zerstörung landwirtschaftlicher Flächen vergiften einst fruchtbaren Boden und Wasser. In der Erde des Libanon fand sich sogar die DNA von Weizen, wo früher blühende Landschaften waren, herrscht heute Ödnis. Ökozid entzieht Menschen ihre Lebensgrundlage.
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