Die Ausstellung „Global – Neutral Architektur aus Österreich in Afrika und Asien 1955 – 1989“ entführt in eine Zeit des Aufbruchs, die von Neugier und Faszination für das Fremde geprägt war.
Wir schreiben das Jahr 1976, im iranischen Ramsar findet unter dem Titel „Identitätskrise der Architektur“ ein internationaler Architekturkongress statt. Männer und Frauen aus aller Welt waren gekommen, als Rednerinnen aber waren ausschließlich Frauen zugelassen. Farah Diba Pahlavi, die charismatische Frau des Schah hatte in ihrer Jugend in Paris Architektur studiert, sie hatte die Schirmherrschaft übernommen und saß in der ersten Reihe. Es ging um die Verbindung von Bautradition und Industrialisierung, städtische Wohnformen am Land und eine unabhängige regionale Architektur, fünfundzwanzig Frauen aus vierzehn Ländern legten ihre Positionen dar. Auch Alison Smithson war darunter.

Und die gebürtige Iranerin Shahrzad Seradj- Kraupp, Jahrgang 1940, die in Wien und Graz Architektur studiert hatte. Ihre Diplomarbeit bei Professor Karl Bieber war eine Diskothek auf einer Autobahn. Zurück im Iran gründete sie mit ihren Kolleginnen Mina Samii uns Keyhadokht Radpour 1971 das erste frauengeführte Büro im Land. Sie nannten es BANU Conuslting Architects, ihre Praxis war von großem sozialen Anspruch gekennzeichnet. Die drei realisierten öffentliche Bauten für bedürftige Familien, behinderte Kinder, ein Schulcampus und mehrere Gemeindezentren.
Der iranische Architekt Djamshid Farassat hatte wiederum in der Meisterklasse von Roland Rainer an der Wiener Akademie der Bildenden Künste studiert. Farassat versuchte bei seiner Konzeption der Industriestadt Aryashar in Isfahar moderne vorgefertigte Bauweisen in einem menschlichen Maßstab auf das iranische Dorf umzulegen, sowie Ökologie und Topografie zu berücksichtigen. Als Rainer der Einladung eine…







