Das Wiener Museumsquartier startete holprig und wurde eines der erfolgreichsten Kulturareale der Welt. Heute ist es 25 Jahre alt. Die Jubiläumsausstellung „Vision und Widerstand. Wie das Museumsquartier Wien veränderte“ erzählt seine Geschichte.
Der Markusplatz in Venedig, vom Canale Grande aus gesehen, hinter dem Dogenpalast aber ragt ein schlanker Glasturm in den Himmel, fast so hoch wie der Campanile, links und rechts davon drängen sich zwei weitere klobige Glasquader in die wohl berühmeste Skyline der Welt. Sie folgen dem präsumtiven Umriss des damals geplanten Museumsquartiers. „Trotz Protesten von internationalen Architekturexperten gegen die Museumsklötze: Monsterprojekt zerstört Wien“, steht darunter. So vehement zog die Kronen Zeitung am 24. August 1993 gegen das Museumsquartier (MQ) ins Feld.
Von einem „Centre Pompidou“ träumte Kulturstadtrat Helmut Zilk in den frühen 1980er Jahren, als das heutige Museumsquartier (MQ) noch der Messepalast war. Ein „Centre Pompidou“ wurde nicht daraus, doch Wien ist nicht Paris, den einstigen Hofstallungen war schon ein Leseturm zu viel. Heute zählt das MQ mit fünf Millionen Besuchern im Jahr zu den erfolgreichsten Kunstarealen der Welt. Sein Start war mehr als holprig, es polarisierte wie kaum ein anderes. Von der „Jahrhundertchance“ bis zum „Museumsmonster“ reichten die Zuschreibungen. Am 25. Juni 2001 wurde es eröffnet, zum 25-jährigen Jubiläum spannt die Ausstellung „Vision und Widerstand. Wie das MuseumsQuartier Wien veränderte“ einen weiten Bogen über die Geschichte von der Vergangenheit bis zur Zukunft des Areals.

Längst ist das Wiener MQ eine Art öffentliches Wohnzimmer mit dem beliebtesten urbanen Mobiliar der Stadt. Die Enzis finden sich in freier Formation überall im Hof, mit ihnen begann die kollektive Eroberung des Freiraums im MQ. Dank ihrer spezifischen Geometrie sind Enzis allein, zu zweit oder zu mehrt für unzählige Sitz-, Lümmel- oder Liegepositionen geeignet. 24 Stunden lang, sieben Tage die Woche. Seit 2008 wird ihre Farbe per Online-Voting gewählt, die „Generation MQ“ ist auf und mit den Enzis groß geworden.
Inzwischen begegnet man ihnen am Skanderbeg-Square in Tirana und vielen anderen Plätzen, das Original aber haben die Architekten PPAG 2002 für das MQ entworfen. Das geniale, vielseitige Stadtmöbel wurde laufend modifiziert. War der Pionier noch aus handgefertigten, beschichteten Hartschaumelementen, ist die neueste Generation hohl gefertigt und hat ein zentrales Loch in der Oberfläche, das auch als Halterung für Regenschirme dient. Seit 2022 sind die Enzis überwiegend aus Recyclat.








