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Villa Rezek © Stefan Oláh

Villa Rezek © Stefan Oláh

in buch

Haus voll Glas und Licht

Sandra HofmeistervonSandra Hofmeister

Um ein Haar wäre die Villa Rezek von Architekt Hans Glas einem Immobilienspekulanten in die Hände gefallen. Architekt Maximilian Eisenköck hat sie gerettet und in hingebungsvoller Akribie saniert. Gemeinsam mit Caroline Wohlgemut widmeten sie ihrer Architektu und dem kultivieren Judentum, das sie ermöglichte, ihr Buch „Das Glas-Haus. Wien 1933. Vertriebene Visionen“

Fünf Terrassen – von der gepflasterten Gartenterrasse bis zum Dach mit Blick in die Berge des Wienerwaldes. Das Haus des Ärzteehepaars Anna und Philipp Rezek in der Wilbrandtgasse 37 in Pötzleinsdorf in Wien-Währing setzt eine Wohnvision um, die Licht und Sonne zum Teil des Alltags macht.

Die Villa Rezek, vulgo das "Glas-Haus" ©Stephan Oláh
Die Villa Rezek von Architekt Hans Glas vulgo das „Glas-Haus“ ©Stefan Oláh

Die Nachkommen des jüdischen Ärzteehepaars nennen das Haus ihrer Großeltern, die 1938 vor den Nationalsozialisten über London nach New York fliehen konnten, das „Glas Haus“ – nach dem Architekten Hans Glas, der das Terrassenhaus im 18. Bezirk entwarf.

Das Buch „Das Glas Haus. Wien 1933. Vertriebene Visionen“ dokumentiert die Geschichte der Villa Rezek mit historischen Fotos und Plänen sowie einem faszinierenden Fotoessay des Wiener Fotografen Stefan Oláh. Essays erläutern die architektonischen Ideale, die gesellschaftlichen Verstrickungen und den historischen Diskurskontext der Wiener Moderne im Gefolge von Adolf Loos. Nach einem mehrjährigen Restitutionsverfahren wurde die Villa 1953 an die Familie Rezek rückübereignet und kurz darauf verkauft. Seit 2010 steht das Haus Glas unter Denkmalschutz, seine Räume wurden mit einer behutsamen Sanierung auf den Originalzustand der 1930er-Jahre zurückgeführt. Heute können sie als temporäres Museum der Moderne besucht werden, das Geschichte, Architektur und die Wiener Wohnkultur erlebbar macht.

Farbpalette der Wiener Moderne ©Stefam Oláh
Farbpalette der Wiener Moderne ©Stefan Oláh

Hans Glas (1892–1969) hatte gemeinsam mit Richard Neutra, Rudolf Michael Schindler und Ernst Freud, Sigmund Freuds jüngstem Sohn, die private Bauschule von Adolf Loos besucht. 1932/33 plante er auf einer Anhöhe im Norden Wiens für das Ärzteehepaar Anna und Philipp Rezek eine Villa, die sich mit Terrassen und Schiebefenstern zum Garten öffnet. Die Villenkolonie in Pötzleinsdorf war damals schon nicht unbekannt: Adolf Loos hatte einige Jahre vorher bereits das Haus Moller in der Starkfriedgasse 19 errichtet. Josef Frank, Oskar Strnad und Oskar Wlach hatten in Währing vier kleine Häuser mit Terrassen errichtet. Die Villa Beer in Hietzing setzt den Terrassengedanken ebenso um – auch sie ist nach ihrer jüngsten Sanierung seit kurzem wieder als Museum zugänglich. Nach dem ersten Weltkrieg wütete die Lungentuberkulose in Wien. Das gesunde Wohnen nach dem Vorbild von Spitalbauten – Licht, Luft und Sonne – waren Ideale, waren eine Konsequenz der Epidemie und wurden für die Architektur der Zweiten Wiener Moderne nach Adolf Loos signifikant.

Der Garten gedeiht hier auch innen ©Stefan Oláh

Der historische Kontext und das Aufkommen der Gartenkultur in den späten 1920er-Jahren wird in Haus Glas. Wien 1933. Vertriebene Visionen nicht ausgeblendet, sondern ausführlich aufgegriffen. Neben verschiedenen Essays, die nicht nur die Villa selbst und ihre Geschichte, sondern auch den gesellschaftlichen und planerischen Kontext der Zwischenkriegszeit in Wien beleuchten, kommt auch Esther Rezek zu Wort, die als 15-Jährige gemeinsam mit ihren Eltern vor den Nationalsozialisten fliehen konnte. „Der 13. März war ohne Zweifel der tragischste Tag in der Geschichte dieses kleinen Landes inmitten von Europa, das vor kurzem noch Österreich hieß“, erinnert sie sich an den Tag, als die Volksabstimmung zur Selbstständigkeit Österreichs im Radio angekündigt wurde. Wenige Monate später, im November 1938, kam sie in der frühen Morgendämmerung mit dem Schiff in ihrer neuen Heimat New York an. Hans Glas, der aus einer jüdischen Familie stammte, floh 1938 nach Kalkutta in Britisch-Indien. Dort konnte er seine Karriere erfolgreich fortsetzen und kehrte nie wieder nach Österreich zurück. Er starb 1969 im Alter von 76 Jahren in Lugano in der Schweiz.

Eine von vielen großartigen Terrassen ©Stefan Oláh
Eine von vielen großartigen Terrassen ©Stefan Oláh

Maximilian Eisenköck schließt den Textteil des Buches mit der knappen Beschreibung eines Rundgangs durch die Villa und erläutert ihr umfangreiches Raumprogramm. Vom Essbereich bis zu den Gästezimmern im Dachgeschoss und von den privaten Wohnräumen zum Arbeitsbereich von Anna Rezek samt Labor. Die funktionale Logik, in der das Raumprogramm organisiert ist, zeigt sich in den Fotos von Stefan Oláh in einer klaren, reduzierten Formensprache, die das bürgerliche Wohnen der Moderne ausmacht.

Das Glas Haus. Wien 1933. Vertriebene Visionen.

genau! dankt Sandra Hofmeister von unserem Medienpartner castellobooks.com für diesen Beitrag.

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Villa Rezek © Stefan Oláh
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Haus voll Glas und Licht

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