Das Beziehungsgeflecht zwischen Suburbia, dem dortigen Lebensstil und dem amerikanischen Kapital ist eng. Judith Eiblmayr hielt dazu im Architekturzentrum Wien einen packenden Vortrag.
Suburbia beginnt mit dem Raster. Schon die Gründerväter legten ihn über die amerikanische Landschaft, er bildete die Voraussetzung für Suburbia, das erst Jahrhunderte später durch eine telegene Sitcom-Realität zur Inkarnation des American way of life wurde. Ist es heute das Kapital, das die Vereinigten Staaten von Amerika reagiert, einte damals der Glaube der Quäker das Land. Sie brachten bereits im Jahr 1683 den Raster auf den Plan von Philadelphia, mit dessen Längs- und Querstraßen sich die Parzellen für das Eigenheim mit Garten ebenso unkompliziert organisieren ließen wie landwirtschaftliche Flächen.


Nur wenige öffentliche Plätze kannte dieser Stadtplan von Philadelphia, auch sie sind rechteckig und liegen an zentralen Kreuzungspunkten. Sie waren allerdings ohnehin nicht wirklich relevant, die Brüder und Schwestern im Glauben trafen einander in ihren Gemeinden und Gottesdiensten. Das Gesellschaftsbild dahinter war naturgemäß konservativ und strebte nach Rechtschaffenheit und Nächstenliebe. Doch es gab sie noch, die Gemeinschaft und ihre sozialen Kontakte. Jedes amerikanische Haus, das auf sich hielt, hatte seinen „Porch“ – eine Art Veranda vor dem Eingang, in der man sitzen, auf die Straße schauen und plaudern konnte.
Der Raster für alles
„Egal ob Hügel oder Täler: Die Engländer legten den Raster über den ganzen Kontinent,“ sagt Judith Eiblmayr. Sie weiß, wovon sie spricht: Der Raster ist ihr Forschungsgebiet, auf österreichischem Boden fand sie ihn am unverfälschtesten in Strasshof vor. Der Gemeinde an der Nordbahn und ihrer innigen Beziehung zum Raster widmete sie ihr Buch „Lernen vom Raster. Straßhof an der Nordbahn und seine verborgenen Pläne.1“ Mit dem Raster begann sie auch ihren Vortrag zu Suburbia im Architekturzentrum Wien.

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