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Think BIG!

Wolfgang FreitagvonWolfgang Freitag

Die britische „Economist“ kürte Kopenhagen heuer zur lebenswertesten Stadt der Welt. Schifahren auf Müllbergen ist dort ebenso möglich wie studentisches Leben in schwimmenden Containern. Beides hat die Bjarke Ingels Group (BIG) geplant. Wolfgang Freitag folgte dessen Spuren durch Kopenhagen und Umgebung.

Selbstverständlich kann man auch die Treppe wählen, um Copenhill zu erklimmen. Aber größeres Vergnügen macht es, an allerlei Gebüsch und Gesträuch vorbei den Wanderweg zu nehmen, der da in einer scharfen Kehre die 80 Höhenmeter nach oben führt. Oder den Schlepplift, um sich dann auf Skiern in die Tiefe zu stürzen. Das Ganze mit Blick aufs weite Meer im Osten. Auf einen Stützpunkt der dänischen Marine im Westen. Und, ein Stück weit dahinter, auf den Rest von Kopenhagen.

Copenhill ©Wolfgag Freitag
Landmark mit einer Fassade aus Aluminium: die Müllverbrennungsanlage Copenhill ©Freitag

Nicht mehr und nicht weniger als die zentrale Müllverbrennungsanlage der dänischen Hauptstadt verbirgt sich in, unter und auf Copenhill. Anfang der 2010er von der Bjarke Ingels Group (BIG) geplant und 2019 fertiggestellt, zieht sie mit ihrer Fassade aus mächtigen Aluminiumblöcken, die sich keilförmig nach unten verjüngen, schon von Weitem die Blicke auf sich, um sich aus der Nähe als ein Freizeitzentrum der besonderen Art zu entpuppen: als Ganzjahres-Skiresort inklusive Skiverleih, Auffangnetzen und Après-Ski-Bar unter dem Schlot. Und weil die Kunststoffpistengaudi naturgemäß doch nur Nebensache ist, werden vorrangig kolportierte 440 Tonnen Mist jährlich in Wärme und sonstige Energie verwandelt: was dem allgemeinen Vernehmen nach strengsten Umweltkriterien folgt, von Energieeffizienz bis Ressourcenschonung.

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