Die Ausstellung „Charlotte Perriand. Moderne leben: Design, Fotografie, Architektur“ im Museum der Moderne am Salzburger Mönchsberg zeigt völlig unbekannte Facetten der französischen Designerin und Architektin. Sie fotografierte hervorragend und entwarf ein höchst funktionelles Biwak, dessen Rekonstruktion zu den Highlights der Ausstellung zählt.
Die Rückenaufnahme einer jungen Frau, die mit freiem Oberkörper am Rande eines Bergplateaus steht. Die Arme weit ausgestreckt, um den Hals, der unter dem Bubikopf sichtbar wird, trägt sie eine Perlenkette. Das Tal unter ihr ist leicht verschneit. – Es lässt sich kaum eine befreiendere Geste vorstellen als diese emporgereckten nackten Arme auf einem augenscheinlich noch winterlichen Berg: Charlotte Perriand ist im Begriff, eine Welt zu erobern, die nicht gerade auf sie gewartet hat, die sie sich aber mit unkonventionellen Ideen, Unerschrockenheit und viel Elan erfolgreich erschließen wird.

Heute zählt Charlotte Perriand (1903-1999) zu den einflussreichsten Gestalterinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre wegweisenden Möbelentwürfe avancierten fast alle zu Klassikern des modernen Wohnens. Dennoch ist ihr Name außerhalb ihres Heimatlandes Frankreich bisher nur wenig bekannt. Ein breites Publikum hat jetzt im Salzburger Museum der Moderne auf dem Mönchsberg die gute Gelegenheit, zahlreiche ihrer Werke kennenzulernen. „Moderne leben: Design, Fotografie, Architektur“ heißt die Ausstellung, die in Kooperation mit den Kunstmuseen Krefeld und der Fundació Joan Miró in Barcelona entstand. Jeder Standort zeigt eine etwas andere Auswahl von Arbeiten, der Fokus in Salzburg liegt auf der Fotografie – deren 200 jährige Geschichte 2026 offiziell gefeiert wird. Das gibt einem Gelegenheit, einem bisher fast völlig ausgeblendeten Bereich ihres Schaffens zu begegnen. In Salzburg werden Perriands Natur- und Objektaufnahmen gezeigt, eindrückliche Fotografien von zufälligen Funden oder Bergwelten, die sie erwanderte…






