Das Casino aus der Feder des Stararchitekten Mario Botta sollte dem kleinen Ort Campione d’Italia am Luganersee viel Geld und Glück bringen. Elf Jahre nach der Eröffnung ging es 2019 bankrott, nun herrscht wieder eingeschränkter Betrieb.
Mario Botta war ein Fixsterm im Universum der Stararchitekten. Der Schweizer Architekt studierte bei Carlo Scarpa, arbeitete bei Le Corbusier und gilt als exponierter Protagonist der Postmoderne. Er ist einer der wichtigsten Vertreter der «Tessiner Schule». Botta bewundert die Romanik, baut besonders gern massiv, bevorzugt aus Ziegel oder Stein, bevorzugt in geometrischen Grundformen. Seine Baukörper sind oft plastisch durchgebildet.

Besonders gut verträgt sich seine Architektur mit dem Sakralbau, wo ein wenig Pathos durchaus angebracht sein kann. Botta realisierte Sakralbauten jeder Größenordnung. An die Größe des Casinos in Campione kommt keiner heran. Was ihn bewog, den Auftrag für ein Casino anzunehmen, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich ist Geld nicht ganz unbeteiligt. Vergessen und verdrängen kann er es kaum, denn Botta wohnt in Lugano auf der Schweizer Seite des Luganersees, schräg gegenüber der italienischen Enklave.
Weder Trump noch James Bond
Das Casino am Seeufer wurde zum weithin sichtbaren Markenzeichen von Campione d’Italia. Angeblich ist es mit seinen neun Geschossen und rund 55.000 Quadratmeter Fläche das grösste Kasino Europas. Allerdings gehört es nicht einem Kasino- oder Immobilienkönig. Weder die Trump Familie noch die Sawiris haben etwas mit dieser gewaltigen Anlage zu tun, die an die Residenz eines James-Bond-Bösewichts erinnert. Es ist ein «Casinò municipale», ein Gemeindekasino. Die Geme…







