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Doppelhauptschule von Helmuth Richter am Penzinger Kinkplatz, Wien © David Pasek

Doppelhauptschule von Helmuth Richter am Penzinger Kinkplatz, Wien © David Pasek

in diskurs

Zukunft gesucht

Isabella MarboevonIsabella Marboe

Die Doppelhauptschule am Penzinger Kinkplatz von Helmut Richter polarisierte wie kaum ein anderer Bau, sie mobilisierte aber auch die Architektenszene in ungeahnter Einigkeit. Seit 2017 stand sie leer, seit 24. Jänner 2024 steht sie rechtskräftig unter Denkmalschutz, Anfang Mai lobte die Wiener Standortentwicklungs GmbH (WSE) ein Konzeptverfahren aus. Mit einem Resultat ist Ende des Jahres zu rechnen.

Helmut Richter war eine absolute Ausnahmeerscheinung in der heimischen Szene. Er strebte nach dem Superlativ und kämpfte zäh, leidenschaftlich und unerbittlich um seine Ideale. Die lagen eindeutig in der Zukunft und dem Fortschritt der Bautechnologie. Stahl, Glas und High Tech auf der Höhe ihrer Zeit, besser noch drüber hinaus. So eine Haltung hat es schwer in einer Stadt wie Wien, wo man den Kompromiss lebt, sich mit Stolz auf die glorreiche, große Vergangenheit – wahlweise das kaiserliche oder das Rote Wien – bezieht und vor allem mit Wienerberger Ziegeln baut. Die Doppelhauptschule von Helmut Richter war gleichermaßen die gebaute Antithese dazu, sie polarisierte von Anfang an. Ihr Anspruch vertrug sich nicht mit den Realitäten eines Schulalltags und der schulischen Verwaltung, ihre Rezeption wandelte ich mit der Zeit vom gefeierten Flaggschiff zum mängelbehafteten Problemfall.

Man betrat sie seitlich über einen schmalen Metallsteg, die Aula war nach Süden orientiert, 15 Meter hoch, hell, darüber ein großes, schräges Pultdach aus baugetöntem Glas auf einem Tragwerk aus Stahl, das 18 Meter stützenfrei den Raum überspannte. Hier hatte man den Himmel über sich und eine gelbe Stirnwand zur Seite, von der die unterspannten Stahlstege der Haupterschließung losstarteten, 80 Meter über die gesamte Länge, von West nach Ost. „Ich wollte eine Schule machen, bei der sich nicht gleich das Unangenehme, das bei Schulen so auffällt, bemerkbar macht“, sagte Richter. Sie war ein Direktauftrag, sein einziger öffentlicher Bau und gleichermaßen die Speerspitze des ambitionierten „Schulbauprogramms 2000“, das der damalige Stadtradt Hannes Swoboda initiiert hatte.

Schwieriger Bau

Das Grundstück fällt von Norden nach Süden steil ab und führt Hangwasser. Zwischen zwei und vier Geschosse hoch, ragten nordseitig drei zweihüftige Klassentrakte ins Gelände, während im Süden zwei riesige Glasdächer die Aula und den Dreifachturnsaal überspannten, der in einer Dichtbetonwanne in den Hang gegraben war. Darüber 1.500 m² Glas auf einer filigranen Stahlkonstruktion, minimiert auf ein Skelett, rundherum Raum und Transparenz. Als „Libellenflügel“ gingen diese Dächer in die Annalen ein. Richter hatte sie als Solarkraftwerk mit Photovoltaikpaneele als zusätzlicher konzipiert. Daher die Südausrichtung, die Haustechnik war auf Nachtkühlung berechnet, die Lüftgungsklappen aber blieben zu, ihr Handling scheiterte an der Ausführung und dem Hausmeister. Auch die geplante Drainage, durch die das Hangwasser fließen hätte sollen, wurde eingespart.

Zu seiner Eröffnung 1994 war dieser avantgardistischste und teuerste Schulbau der Stadt Wien eine Sensation, scharenweise pilgerten Architekturstudierende mit ihren Professoren und Professorinnen zu diesem Vorzeigebeispiel avancierter High-Tech-Architektur, wie man es in Österreich mit der Lupe suchen kann. Dann bretterten sechshundert pubertierende Schüler und Schülerinnen über Stahlstege und Treppenkaskaden, ihr Lärm brach sich an den harten Oberflächen, die Sonne brannte unbarmherzig auf ein undichtes Dach, die vorgesehene Nachtkühlung erfolgte nicht. Die Lüftungsklappen waren schwer erreichbar Fenster klemmten, Hangwasser drang ein, Mängel häuften sich, der Reparaturbed…

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