Dreißig Jahre nach Abschluss eines Architekturstudiums wieder an die TU Wien zurückzukehren, ist selten. Doch es kommt vor. Eine Zeitreise.
Betritt man heute die Räumlichkeiten an der Architekturfakultät der TU Wien, hört man Handys klingeln, Tastaturen klackern und Studierende über digitale 3D-Modelle debattieren. Studienorganisation und Teamarbeiten spielen sich online ab. Vor drei Jahrzehnten hingegen begegnete man oft langen Warteschlangen, die sich zur Anmeldung der Prüfungen und Kurse bildeten.

In den Zeichensälen klapperten maximal Zeichenschienen, Lineale und Tuschefüller – es war eine andere Welt. Doch was hat sich wirklich verändert, jenseits der Technik? Und wie wirkt sich das heute auf Berufseinsteiger aus?
Gender und Klischee
Mitte der 1990er Jahre war der obligatorische Student männlich, der Frauenanteil betrug weniger als 40%. Das war typisch für technisch geprägte Studiengänge. Unnötig zu erwähnen, dass es an der TU Wien damals keine weiblich besetzten Professuren gab. Von den wenigen Absolventinnen kamen nicht alle in den Beruf, die Leistungsphasen der Architektur waren noch nicht so stark voneinander zu trennen. Die damals gängigen patriarchalen Umgangsformen in der Bauleitung dürften wohl einige abgeschreckt haben.








